Unsere Hunde

Charlie von der Leie ( 1979-1988 )

Wie alles begann: Irish Terrier Charlie 14 Wochen alt
Wie alles begann: Irish Terrier Charlie
Wie alles begann: Irish Terrier Charlie und ich im Schnee

Wie alles begann

Meinen ersten Irish Terrier, Charlie von der Leie, durfte ich 1979 als angehender Teenager in die Arme schließen. In unserer Familie gab es zu diesem Zeitpunkt einen heißgeliebten Deutsch Drahthaar, der mit meinem Großvater und Vater zur Jagd ging und mit dem ich aufwachsen durfte.
Mein sehnlichster Wunsch war jedoch immer ein eigener Hund. Schließlich gaben meine Eltern dem Drängeln ihrer Tochter nach, schränkten die Hundeauswahl jedoch mittels der Attribute “mittelgroß” und “Hündin” ein, um zu gewährleisten, dass ich mit der Erziehung und Führung des Hundes nicht überfordert sein würde. In die nähere Auswahl kamen die Rassen Mittelschnauzer und Irish Terrier. Im Sommer 1979 wurde dann im Fernsehen “Freundschaft wider Willen” ausgestrahlt, eine Verfilmung eines Jack-London-Romans mit dem Irish Terrier “Fluffy von der Frankenlerche” in der Hauptrolle. Ich war hingerissen! Einen solchen Hund wollte ich haben, der Mittelschnauzer stand nicht mehr zur Diskussion. So kam einige Monate später Charlie zu uns, zwar ein Irish Terrier, aber keine Hündin, denn – vielleicht als Resonanz auf die Ausstrahlung des Spielfilms – die Nachfrage nach Irish Terriern war groß und eine kleine Hündin war nirgendwo zu bekommen. Charlie, ein Sohn von Shannon von der Frankenlerche, wurde mit den ganzen Hoffnungen und Erwartungen einer Dreizehnjährigen an den perfekten Hund überschüttet und – er war es auch! Er war mein ständiger Begleiter, mein Freund und Beschützer, mein Kummerkasten und ausgelassener und humorvoller Spielkamerad. Mein Vater nahm ihn mit zur Jagd, wobei Charlie beim Stöbern und zur Nachsuche oft seine gute Nase unter Beweis stellte. Da zudem die ganze Familie der Ansicht war, dass es keinen schöneren Hund gäbe, kam schließlich von meiner Mutter die Anregung, ihn doch einmal auszustellen. Auch das taten wir mit Erfolg, obwohl ich sagen muss, dass meine Trimmkünste zum damaligen Zeitpunkt noch sehr verbesserungswürdig waren. 
Charlie lehrte mich viel über die charakteristische Art des Irish Terriers, er zeigte jeden Tag auf’s Neue, dass er etwas Besonderes war. Schon als junges Mädchen stand für mich fest, dass ich diese Rasse einmal züchten wollte. Als er uns – viel zu früh – im Alter von neun Jahren verlassen musste, dachte ich, dass es nie wieder einen Hund wie ihn geben würde. Und damit hatte ich Recht – und auch nicht. Denn alle Irish Terrier, die nach Charlie mein Leben teilten, waren und sind auf ihre Art einzigartig und doch haben sie alle etwas gemeinsam, das auch für Charlie in hohem Maße charakteristisch war: Loyalität und Treue, ohne unterwürfig zu sein, Intelligenz ohne Überspanntheit, Charme und…. die lachenden irischen Augen.   

Ingrid Schreiner

Quispel vom Hürtgenwald

*2015

Quispels Name leitet sich von dem rheinischen Wort für Handfeger ab – und sie macht sowohl in ihrem Wesen als auch in ihrer Haarqualität einem Feger alle Ehre.  Bereits im zarten Alter von acht Wochen zeigte sie sich als ein völlig unkomplizierter und sehr eigenständiger Charakter, was sich bis heute nicht geändert hat. Obwohl sie sehr an allen Familienmitgliedern hängt, hat sie deutlich ausgeprägte autonome Tendenzen – insbesondere was ihre Jagdleidenschaft betrifft.
Schon als Welpe „erlegte“ sie eine junge Elster, die sich leichtsinniger Weise in den Welpenauslauf verflogen hatte und diesen Fehler mit dem Leben bezahlen musste. Mit Heranwachsen der jungen Quispel folgten das Nachbarshuhn „Goldie“ sowie ein unerfahrener Fasanenhahn, die irgendwie in den Garten gelangt waren, der jungen Elster in die ewigen Jagdgründe.
Quispel ist auch einer der wenigen Irish Terrier, die ich kenne, die weder Probleme mit dem Hineinlaufen in Brombeergebüsche (sofern sich interessante Tiere darin vermuten lassen) noch mit dem Element Wasser haben: Als Junghündin tauchte sie prustend sogar mit die Nase unter Wasser, einfach so, weil es ihr offenbar Spaß machte. Pfützen, Regen und Matsch sind demnach für sie auch mit überhaupt keinen Vermeidungstendenzen verbunden, was dazu führt, dass sie an Bauch und Beinen eigentlich irgendwie immer leicht erlebnisbehaftet aussieht… wenn man versteht, was ich meine… Reinigungsrituale im Waschbecken hasst sie dagegen wie die Pest. Wasser ist eben nicht gleich Wasser und das, welches aus der Leitung kommt, scheint irgendwie nasser zu sein.

Krank war sie noch nie, unser Tierarzt kennt sie nur vom Impfen und vom Welpen-Ultraschall. Sie frisst alles und immer mit gutem Appetit, was zur Folge hat, dass wir auf ihre Figur achten müssen, damit die beim Irish Terrier geforderte Eleganz nicht verloren geht. Ihr Selbstbewusstsein – insbesondere was die Verteidigung des Gartens und neuerdings leider des Kombis angeht – ist enorm. Vor Kurzem hielt ich es für eine gute Idee den Wagen mal wieder durch die Waschstraße zu fahren: Doch ich hatte die Rechnung ohne Quispel gemacht, die den mit Hochdruckreiniger und Wischmopp hantierenden Angestellten an den Heckfenstern als feindlichen Eindringling klassifizierte und sein Tun mit empörten Gebell quittierte. Nun hat Quispel ihre ersten Welpen bekommen und wir sind gespannt, ob sie ihre Fröhlichkeit, Lernfähigkeit und ihr Selbstbewusstsein an ihre Sprößlinge weitergeben wird.
(Ingrid Schreiner)

Niall vom Hürtgenwald

*2010

Zugewandtheit und Fruchtbarkeit

Niall wurde in einem außergewöhnlichen Wurf geboren, denn das erste Mal seit 25 Jahren Zucht hatte ich mich im Jahr 2010 entschlossen, amerikanische Irish-Terrier Linien einzusetzen. Die amerikanischen Irish Terrier stammen überwiegend aus „Show-Linien“, sind sehr rot, haben lange schmale Köpfe und benehmen sich im Ring sehr „showy“, d.h. „zeigefreudig“. Vom Temperament her sind sie auch etwas anders als die europäischen Linien:  griffiger, noch temperamentvoller und vielleicht auch ein wenig „explosiver“. Ich hatte Ch.Kells Fire Storm als Vater meines N-Wurfes erkoren, einen in Süddeutschland beheimateten Champion-Rüden, der mir aber vom Typ und Ausdruck gefiel und der dann später im Jahr 2011 noch Crufts Sieger werden sollte. Der N-Wurf und letzte Wurf von Inka vom Hürtgenwald wurde am 9.August 2010 geboren, eine komplette Outcross-Verbindung und es gingen sehr schöne Hunde daraus hervor. Niall, Neville und Nisha haben die Zuchtzulassung erreicht und ich behaupte, dass die Geschwister Nala und Nelson sie auch ohne weiteres mit den entsprechenden Ambitionen der Besitzer hätten erlangen können. Niall war der kleinste Rüde des Wurfes und zunächst gar nicht als „Behalte-Hund“ vorgesehen: seine Interessenten sprangen in letzter Minute ab… und dann wurde er eben immer vielversprechender… 😉 Niall war bereits als junger Rüde „willing to please“, d.h.  gehorsam, sehr zugewandt und menschenbezogen. Er folgt ganz unmittelbar, ausgezeichnet und freudig, wenn ich ihn rufe. Jeder, der einmal einen Irish Terrier besessen hat, weiß, dass dies nicht unbedingt selbstverständlich ist. Außerdem ist er sehr verschmust;  oft denken wir, dass Hündinnen die „zärtlicheren“ Irish Terrier sind, aber das verhält sich nicht unbedingt so. Niall absolvierte mit mir die Ausdauerprüfung (10km am Rad) und auch die Begleithunde-Prüfung. Er gehört zu den „sprechenden Irish Terriern“, d.h. wenn ihm etwas nicht passt, knottert er missbilligend herum, aber wenn er sich freut, dann lässt er seiner Freude in begeisterten Lauten freien Lauf. Interessant ist auch, dass er niemals etwas kaputt gekaut hat: er „verschleppt“ zwar alles Mögliche in seine Kudde, aber es bleibt immer heil. Wasser zählt nicht zu seinen Lieblings-Elementen, umso interessanter ist es, dass viele seiner Nachkömmlinge ausgesprochen wasserfreudige Irish Terrier sind. Zudem war schon immer ein sehr guter und zuverlässiger Deckrüde, ich würde ihn dahingehend tatsächlich als Naturtalent bezeichnen. Seinen ersten Wurf (mit 9 Welpen) zeugte er mit 15 Monaten und es folgten bis heute immer noch weitere. Nie blieb eine Hündin, die zu ihm zum Decken zu ihm kam, ohne Welpen. Mit seinem Charme und seiner Erfahrung in diesen Dingen wickelt er alle Damen um die Pfötchen . Inzwischen werden einige seiner Töchter und Söhne in ganz Europa erfolgreich ausgestellt und in der Zucht eingesetzt. Einer seiner ersten Söhne Cherry Irish vom Ellbach ist Vater unseres P- und Q-Wurfes und damit ist Niall auch in der aktuellen Zuchtlinie vom Hürtgenwald vertreten. Krank war er noch niemals. Auch zwei COLA-Tests hatten einwandfreie Ergebnisse. Nun ist er vor kurzem 10 Jahre alt geworden und wir hoffen auf noch so einige glückliche Jahre mit ihm. (Ingrid Schreiner)

Mailin vom Hürtgenwald

*2009

Inka vom Hürtgenwald

2005 – 2018

Flanna vom Hürtgenwald

2000-2014

Selbstständigkeit und Ausgeglichenheit

Flanna ist ein irischer Name, heißt übersetzt so viel wie „red-haired girl“ – und Flanna hatte leuchtend rotes, hartes Haar – soweit erwies sich der Name als passend. Leider besaß sie bei aller Haarqualität recht wenig Barthaar, und sie schaffte es auch immer wieder, trotz meiner sorgsamen Pflegebemühungen desselben, relativ bartlos zu bleiben. Bereits als Welpe empfing sie mich eines abends beim Nachhausekommen wie immer stürmisch und begeistert, jedoch, bei näherem Hinsehen, mit vollkommen verklebtem Bärtchen. Ahnungsvoll versuchte ich der Ursache für diesen „Betonkranz“, aus dem nur ihre schwarze Nase feucht und frech hinausschaute, nachzuspüren. Ich fand sie in den Resten einer vollständig zerkauten Tube „Copydex“, deren Inhalt eigentlich zum Kleben der Ohren gedacht war ( anscheinend hatte sie bereits zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass ihre Ohren niemals geklebt werden brauchten ). Es war nicht daran zu denken, den Kleber irgendwie anders als mit der Schere zu entfernen. Naja, ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass es in der Natur des Haares liegt, nachzuwachsen und ignorierte die hämischen Bemerkungen meiner Familie und Freunde, ob ich beschlossen hätte, bartlose Irish Terrier zu züchten. Der Bart wuchs aber nicht!!! Und wenn – in mir unmerklichem Tempo. Langsam fand ich mich mit dem Gedanken ab, dass Flanna eben eine ausgesprochen temperamentvolle, robuste und schöne Irish Hündin ohne nennenswerten Bart sei, da bereitete sie mir die nächste Überraschung: Nach einem längeren Aufenthalt in der Dusche, traute ich beim Verlassen des Badezimmers wiederum meinen Augen nicht – Flannas sorgsam herangezüchteter Kurzbart war schreiend grell-rot eingefärbt! Das durfte doch nicht wahr sein!!! In ihrem Körbchen sprachen ein Vet-bed mit roten Flecken und die spärlichen Überreste meines zerkauten Korrekturstiftes für Klassenarbeiten eine deutliche Sprache… Ungläubig starrte ich meinen Hund an, der mir freundlich wedelnd gegenüberstand. An der Erhaltung des Bartes interessiert (besser ein knallroter als gar keiner!), beschloss ich, den Bart erst einmal zu lassen wie er war – er würde sich schon irgendwie „entfärben“. Tat er dann auch, allerdings erst nach einigen Tagen, in denen sie den Spitznamen „Flanna Rotbart“ bekam. Soweit zu den Äußerlichkeiten…was die inneren Werte betrifft, kann ich Flanna trotz aller Übung in der charakterlichen Beschreibung des Irish Terriers eigentlich am besten mit „anders“ beschreiben. Das heißt nicht, dass sie in vielen Dingen kein typischer Irish Terrier gewesen ist, aber sie war trotzdem zusätzlich irgendwie … Zum Beispiel ist sie laut! Kein Kläffer, aber bei bestimmten Gelegenheiten bellte sie einfach so: Aus Vergnügen (mir unerklärlich!) , wenn sie die Treppe herunterlief oder auch, um auf sich aufmerksam zu machen (was ich als Zeichen von Intelligenz sehe). Es war beispielsweise unmöglich, Flanna im Keller „zu vergessen“ (bei meinen anderen Hunden merkte ich oft erst nach einiger Zeit, dass  einer fehlte – der arme Hund hatte dann eine Weile im Dunkeln hinter der verschlossenen Tür zubringen müssen) . Nicht so Flanna! Sie hatte erkannt, dass man gegen ungewolltes „Im-Keller-Sein“ Gegenmaßnahmen ergreifen konnte, genauso, wie sie, bereits als Welpe, kurz bellte, wenn sie heraus muss (nie da gewesen!), aber auch, wenn sie herein will. Außerdem war sie natürlich wachsam – aber das sind meine übrigen Hunde auch! Flanna war sozusagen „rustikal-robust“: Sie wälzte sich in allem, sie lief überall vorbei und durch, sie schwamm in kaltem Wasser, sie fraß alles, ohne sich nur geringfügig den Magen zu verderben, sie ließ sich überall (sogar unter dem Bauch!) widerstandslos trimmen und war außerdem völlig unproblematisch mit anderen Hunden jederlei Alters und Geschlecht. Ihre Welpen bekam sie so quasi “zwischendurch”: Noch einen Tag vor der Geburt ihres ersten Wurfes hüpfte sie mit dickem Bauch durch ein Rübenfeld, kurz nach der Geburt erlegte sie im Garten eine Maus! Ihren letzten Wurf mit sieben strammen Welpen bekam sie mit fast acht Jahren und es gab keinerlei Probleme. Sie war aber trotz guter Mutterqualitäten durchaus emanzipiert (meine Schüler würden sagen: Sie ist cool!!!)
Also: Meine coole, bartlose Flanna war mir ans Herz gewachsen! Sie war  niemals eine erfolgreiche Ausstellungshündin, aber eine enorm wertvolle Hündin für die Zucht. Und schließlich zählen die inneren Werte mehr als ein Damenbart.
(Ingrid Schreiner)

Ch. Bridie vom Hürtgenwald

1995-2009

Freundlichkeit und Erfolg

Irish Terrier Bridie

Als am späten Abend des 3.7.95 die Geburtswehen bei Siska einsetzten, lag auf dem erwarteten Wurf eine große Hoffnung: Würde endlich die kleine Hündin geboren werden, die Siskas Nachfolgerin im Zwinger „vom Hürtgenwald“ werden könnte?
Es gab außerdem drei Vorbestellungen für Hündinnen und keine für Rüden und –  wie das so häufig ist – kam dann erst einmal ein Rüde, gefolgt von einer kleinen Hündin und danach erblickten noch zwei muntere Rüden das Licht der Welt. Nach einer kleinen Weile setzten nochmals Presswehen ein: eine weitere Hündin. Damit schien die Geburt beendet, inzwischen war es weit nach Mitternacht, der Sekt wurde geöffnet und auf die problemlose Geburt und fünf gesunde Welpen angestoßen. Doch plötzlich krümmte sich Siska nochmals – und in Sekundenschnelle flutschte wieder ein zappelndes, schwarzes Etwas ins Leben hinein. Gespannt drehte ich den noch nassen Welpen um: Jawohl!  Es war eine Hündin! Sie unterschied sich im Fell deutlich von ihren beiden glatten Schwestern, denn vom Nacken bis zum Schwanz war ihr Haar mit kleinen Wellen übersät.Die folgenden Wochen machten deutlich, dass Bridie sich nicht nur optisch von den  anderen Hündinnen abhob: Schnell hatte sie selbst ihre stärkeren Brüder unterjocht und die Führung in der Welpengruppe übernommen. Ständig in Bewegung und mit raffinierten Tricks eroberte sie die begehrtesten Spielzeuge und die Liebkosungen der Besucher. Sie war es, die ihre Brüder und Schwestern zu immer neuen, aufregenden Expeditionen animierte, z.B. der eingehenden Erforschung des Regenwasserrohres oder des Pferdestalles. Mit Geschick und Intelligenz behauptete sie ihre Position, und obwohl sie niemals zu leichtsinnig wurde, schreckte sie auch so schnell vor nichts zurück – eine gelungene Mischung aus Seanin und Siska. Schon als Welpe „zeigte“ sie sich zudem ausgesprochen freudig und mit wedelnder Rute auf dem Tisch, dazu kamen ihr typischer Ausdruck und eine Anatomie, die wenig zu wünschen übrig ließ – kurzum: Sie wurde die Auserwählte! In das bestehende Rudel fügte sie sich ohne Komplikationen ein: Seanin war eine Autorität für sie, Hardy (obwohl deutlich größer und schwerer) der gleichrangige Freund, und Siska wurde heiß und innig geliebt. Bridie war ein ausgesprochen sozialer und disziplinierter Hund, vielleicht, weil ihre Erziehung größtenteils durch Seanin erfolgte ( dessen Devise: „Kein Rudelmitglied darf das, was mir nicht erlaubt ist“ durchschlagenden Erfolg hatte)  und ohne größeren Aufwand meinerseits. Allerdings war sie ziemlich verfressen und neigte als Halbstarke diesbezüglich zu spektakulären Aktionen: Einmal schockte sie die ganze Familie, weil sie sich – mitten auf dem festlich gedeckten Kaffeetisch stehend – an den selbstgebackenen Streuselkuchen herangemacht hatte. Ihre zweite große Leidenschaft  ist das Mäusefangen, in dem sie im Laufe der Jahre eine wahre Meisterin geworden ist: Im Spätsommer, wenn die Felder abgeerntet worden sind, begann für Bridie die „Mäusesaison“. Auf jedem Spaziergang „erlegte“ sie dann mehrere  Mäuse, wobei ich dankbar war, dass sie zumindest ihre toten Opfer desinteressiert liegen ließ. Sicherlich hatte sie die Veranlagung zu einem guten Jagdhund, aber vor allem sollte sie ja eine gute Ausstellungs- und Zuchthündin werden. Und sie hat mich in beiden Teilen nicht enttäuscht: Bridie liebte es, sich auf Ausstellungen zu präsentieren – angespannt von den aufmerksam nach vorne gerichteten Ohren bis zur zitternden Schwanzspitze, die dunklen Augen gespannt auf den Richter gerichtet, war sie eine wahre Augenweide!  Die Erfolge ließen nicht auf sich warten: Sie wurde Jgd.Ch., Dt.Ch. des KfT, VDH-Ch. und Europasg. sowie vielfache Rassebeste. Ein amerikanischer Züchter und professioneller „Handler“  zeigte sich so begeistert von ihr, dass er mir eine Riesensumme für ihren Verkauf bot, aber das stand selbstverständlich niemals zur Debatte. Obwohl Ausstellungen bis heute bei weitem nicht der wichtigste Teil meiner züchterischen Ambitionen sind, war ich natürlich sehr stolz auf sie. Ihre Nachkommen sind sowohl in optischer als auch in charakterlicher Hinsicht „echte“ Irish Terrier. Zu meiner großen Freude gingen vier ihrer Töchter und ein Sohn in die Zucht. So stellte sie die erhoffte Bereicherung für die Familie und in der Zucht dar, aber vor allem war sie meine geliebte Bridie!   
(Ingrid Schreiner)

Edbrios Eamon (Hardy)

1994-2006

Mut und Robustheit

Irish Terrier Hardy

Hardy ist eher „ungeplant“ zu uns gekommen, denn eigentlich wollten wir keinen zweiten Rüden und schon gar nicht einen, der so eng mit Seanin verwandt ist…,aber auf seine „Hardy-typische“ Art hat er sich in alle Herzen geschlichen und schon nach kurzer Zeit wollte ihn niemand mehr missen. Hardy und sein Bruder Jerry kamen als 12-wöchige Welpen mit „Lufthansa Cargo“ in einer stabilen Transportbox am Düsseldorfer Flughafen an, in die sie zwei Stunden vorher in Dublin gesetzt worden waren. Den Flug hatten sie schlafend und völlig unbeeindruckt überstanden: gähnend streckten sie mir beim Ausladen ihre rosa Zungen entgegen. So hatte ihr Züchter Eddie O’Brien doch recht behalten, als er auf meine besorgten telefonischen Anfragen, ob denn ein Flug für die Welpen nicht zu belastend ( …kalt, nervenaufreibend oder sonst irgendwie traumatisch… ) sei, lediglich mit typisch irischer Mentalität antwortete: „ Ingrid, they are Irish Terriers, don’t worry, they are very hardy!“ So kam einer der Welpen zu seinem Namen – Hardy -, was übersetzt ‘mutig, robust, widerstandfähig’ heißt, und niemals hat ein Name besser zu einem Hund gepasst. Denn nachdem klar war, dass Hardy bei uns bleiben sollte ( die für ihn vorgesehene Familie hatte sich kurzfristig anders entschieden ),  fiel er zunächst einmal sämtliche Treppen herunter, ( die er aber weiterhin gutgelaunt und völlig unbeschadet immer wieder neu in Angriff nahm), geriet auf Grund seiner unbekümmerten Dreistigkeit mit allen erwachsenen Hunden aneinander ( die einen dermaßen unverfrorenen Welpen auch noch nicht erlebt hatten ) und hatte bereits im zarten Alter von 4 Monaten eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Schornsteinfeger ( der sich nicht mehr von der Leiter traute, da Klein-Hardy mit böse gefletschtem Milchzahngebiss glaubte, das Haus vor „schwarzen Männern“ bewachen zu müssen ). Schnell wurde er ob seines offensichtlichen Größenwahns „Hardy the Man“ gerufen. Seanin hatte alle Mühe, dem kleinen Kerl nachdrücklich klar zu machen, dass nicht er zur Führung des Rudels berufen sei, und seine Erziehungsmaßnahmen mussten zeitweilig recht  drastische Formen annehmen, bevor Hardy die Führungsposition des älteren Rüden endgültig akzeptierte. Andererseits liebte Hardy bereits als Welpe ausgiebige Schmusestunden, bei denen er stundenlang – Beine himmelwärts gestreckt – auf dem Schoß des „Streichelwilligen“ liegen konnte und sich genüßlich das pralle Bäuchlein liebkosen ließ. Auch später noch war Hardy ein Wolf im Schafspelz ( letzteres ist nur im übertragenen Sinne zu verstehen, denn er besitzt ein ausgezeichnetes Haar!). Hardy fraß und trank alles voller Begeisterung und mit gutem Appetit,  ohne sich nur ansatzweise den Magen zu verderben. Einmal hatte ich einen regelrechten Kampf mit ihm auszufechten, als er im Feld einen halbverwesten Hasen fand und diesen auf der Stelle zu verspeisen gedachte – leider hatte er die Rechnung ohne sein Frauchen gemacht, das den Hasen kurzerhand an einem noch heraushängenden Stück wieder ans Tageslicht beförderte. Neben seinen kulinarischen Interessen war er ein ausgezeichneter Jagd- und Wachhund, ein passionierter Deckrüde und ein leidenschaftlicher Schmusehund. Allerdings wurde er von Mutter Natur nicht mit einer ausgeprägten Feinmotorik ausgestattet – diverse zerbrochene Vasen gehen auf sein Konto – und er ist bis heute der einzige meiner Hunde, der es fertig gebracht hat, mitten in der Nachtaus seinem (20cm hoch umrandeten!) Körbchen zu fallen (warscheinlich hat er damals eine neue, noch bequemere Rückenschlaflage ausprobiert)!  So kann man sich mein Entsetzen vorstellen, als er einmal im Garten ein rohes Ei apportierten sollte, damit aber kurzerhand ( im Sinne des „Beuteversteckens“ ) ins Wohnzimmer galoppierte und auf einen meiner Wohnzimmersessel sprang, wo man rohe Eier ja bekanntlich am ungestörtesten vertilgen kann. Um es vorwegzunehmen: Das Ei blieb ganz und Hardy bekam es wegen seiner ungewöhnlichen Feinfühligkeit zur Belohnung ordnungsgemäß über sein Fressen geschlagen! So wurde Hardy wegen seiner Qualitäten von vielen geliebt: Männer schätzten seine „Griffigkeit“ und unerschütterliche Robustheit, Frauen seine Verschmustheit und Wachsamkeit und Kinder waren immer wieder von seinem teddybärhaften Charme hingerissen – er ist eben einfach ein Irish Terrier wie er im Buche steht! 
(Ingrid Schreiner)

Siska von der Frankenlerche

1991-2004

Liebe und Freude

Siska von der Frankenlerche

Siska

Über keinen meiner Hunde könnte ich so viel schreiben und weiß doch, dass ich mit allen Worten das ganz Besondere an ihr nur ansatzweise zum Ausdruck bringen kann. Trotzdem sei der Versuch gestattet. Siska stammt aus einem der letzten Würfe des bekannten Zwingers „v.d.Frankenlerche“ von Gräfin Stauffenberg. Als ich die Welpen mit sechs Wochen kennenlernte, tobte Siska mit ihren drei Schwestern und zwei Brüdern in einem großzügigen Freiauslauf umher. Auf Anraten der erfahrenen Züchterin wählte ich die Kleinste des Wurfes, die aber den besten Kopf und auch sonst viele rassespezifische Vorzüge besaß. Siska war kein unkomplizierter Welpe. Schon früh wusste sie ihren Dickkopf durchzusetzen, um mit Beharrlichkeit und Charme das von ihr Gewünschte zu erreichen. Als Beispiel dafür sei das „Schlafen im Körbchen“ genannt. Natürlich sollte sie, wie alle unsere Hunde, die Nacht in unserem Schlafzimmer zubringen; aus diesem Grund war ihr ein warm ausgepolstertes Körbchen an einer zugfreien Ecke neben dem Bett aufgebaut worden. Dorthinein wurde der von Fahrt und Umgebungswechsel völlig übermüdete Welpe nach einem ausgiebigen Spaziergang gepackt, meine Hand hineingehängt, das Licht gelöscht. Nach zwei Minuten spürte ich ein bärtiges Schnäuzchen in meinem Gesicht, Vorderpfoten auf dem Bettrand. Nun ja — damit hatte ich gerechnet, konsequent bleiben: „Pfui ist das!“, Hund wieder ins Körbchen gedrückt. Diesmal blieb das Schnäuzchen ganze fünf Minuten außer Reichweite, fast wäre ich eingeschlafen – Siska hingegen dachte nicht daran. Neues „Pfui“, diesmal noch energischer – wir wollen doch sehen, wer von uns sich hier durchsetzt. Nun, um es kurz zu machen: dieses Spiel währte die halbe Nacht, Siska erwies sich als die beharrlichere, ich als die müdere von uns beiden: Morgens lag sie glücklich unter meiner Bettdecke am Fußende! Weitere diesbezügliche Erziehungsversuche schlugen in den nächsten Nächten fehl – lag ich im Bett, ignorierte sie ihr Körbchen. Wohlgemerkt: Ich habe vorher und auch nachher allen meinen Hunden durchaus beibringen können, an den für sie vorgesehenen Plätzen zu schlafen, Siska bildete die einzige Ausnahme. Sie schlief in meinen Kniekehlen, nur hatte sie später gelernt mit der Pfote „anzuklopfen“, damit ich die Bettdecke hochheben und ihr dadurch die „Genehmigung“ zum Drunterschlüpfen geben konnte. Niemals jedoch sprang sie auf ein leeres Bett. Andere Dinge, z.B. das ordnungsgemäße Gehen an der Leine oder das Folgen auf Ruf oder Pfiff erlernte sie dagegen völlig problemlos – warscheinlich (so glaube ich heute) sah sie die Notwendigkeit dieser Übungen ein. Immer wieder konnte ich andere Hundebesitzer damit verblüffen, wie meine Junghündin sich auf einmaligen Zuruf sofort aus einer Gruppe spielender Hunde herauslöste und freudestrahlend auf mich zugerannt kam. Siska liebte Menschen, ganz besonders Kinder über alles: Jeder Besucher wurde schwanzwedelnd begrüßt, Familienmitglieder hatten jedoch einen besonderen Status. Ihr war eine hohe Sensibilität und fast menschliche Intelligenz zu eigen, so dass man sich fast mit ihr „unterhalten“ konnte. Meine Großmutter war nicht die einzige, die glaubt, dass Siska „jedes Wort“ verstünde, das man ihr sagte. Sie erfasste selbst kompliziertere Aufforderungen wie z.B. „Leg dich ins Sönnchen“, „Dreh dich rum“ oder „ gaaaaanz leise sein“. Darüber hinaus hatte sie ein ganz ausgeprägtes Gespür für unglückliche Menschen, die sie „tröstete“, indem sie sie anschaute , sich nah herandrückte und die Pfote auf das Knie legte. Sie war eine emotionale Bereicherung für die ganze Familie. Bei keinem meiner Hunde hatte ich das Gefühl, so verstanden zu sein, wie bei ihr. Abgesehen davon war sie eine ausgesprochene Lebenskünstlerin, die – stets charmant und selten schlecht gelaunt – ihre eigenen Bedürfnisse durchaus durchzusetzen wusste. Gefiel es ihr irgendwo nicht, so setzte sie sich solange vor die Ausgangstür (die sie dabei unverwandt anstarrte), bis dass der Gastgeber gequält lächelnd meinte: „Ich glaube, der Hund will nach Hause!“, genauso verfuhr sie mit Schubladen und Schränken, in denen irgendwelche Leckereien verstaut waren, auf die sie just gerade Appetit verspürte. Bei Regen und schlechtem Wetter spazierte sie unter meinem Schirm und nur soweit wie unbedingt nötig. Dagegen freute sie sich übermütig wie ein junger Hund, wenn es zu einem Spaziergang im Schnee oder – noch viel erstrebenswerter – auf einen Pirschgang im Wald ging. Natürlich beobachtete sie dabei das Wild bereits vom Geländewagen aus und die Unterschiede zwischen „Häschen“, „Rehchen“ und „Kätzchen“ waren ihr durchaus bekannt. Sie verfügte über eine ausgezeichnete Nase und hat sich bei Nachsuchen schon oft als erfolgreich erwiesen. Ihre hohe Intelligenz, Führigkeit und Aufmerksamkeit machten sie zu einer sehr geeigneten Jagdhelferin. Darüber hinaus war sie eine gute Wächterin, die bei unbekannten Geräuschen sofort anschlug. Siska hat in drei Würfen 20 eigene Welpen aufgezogen und niemals hatte ich das Gefühl, dass sie sich auf Grund ihrer Mutterpflichten irgendwie belastet oder genervt fühlte, im Gegenteil: Sie war eine leidenschaftliche Mutter und Großmutter, die alle Welpen mit Hingabe und Sorgfalt versorgte. Ihre inzwischen erwachsenen Kinder dankten ihr diese Mutterliebe bei einem Wiedersehen mit stürmischer Begeisterung. Viele ihrer Nachkommen sind inzwischen äußerst erfolgreich auf Ausstellungen, in der Zucht, bei der Jagd und im Hundesport und alle erfreuen sich bester Gesundheit. Als ihre bekanntesten Kinder sind Intern.Ch. Assia vom Hürtgenwald, Stammhündin des Zwingers „vom Akazienhain“ und Europ.sg. Bridie vom Hürtgenwald zu nennen. Siska selbst mochte Ausstellungen dagegen nicht, und sie zeigte sich nur widerwillig und mir zum Gefallen; hierin unterschied sie sich deutlich von ihrer Tochter Bridie. Ich weiß, das Siskas Wesen in vielen ihrer Söhne und Töchter und inzwischen sogar Enkeln weiterlebt und das erleichtert mir ein Leben ohne sie ein wenig.
Ein bisschen Trost findet sich auch in den Songs of
Leister by W.M.Letts „Tim an Irish Terrier“:


So I laugh when I hear them make it plain
That dogs and men never meet again.
For all their talk who’d listen to them
With the soul in the shining eyes of him?
Would God be wasting a dog like Tim?