Ch.Bridie vom Hürtgenwald

1995-2009

Freundlichkeit und Erfolg

Irish Terrier Bridie

Als am späten Abend des 3.7.95 die Geburtswehen bei Siska einsetzten, lag auf dem erwarteten Wurf eine große Hoffnung: Würde endlich die kleine Hündin geboren werden, die Siskas Nachfolgerin im Zwinger „vom Hürtgenwald“ werden könnte?
Es gab außerdem drei Vorbestellungen für Hündinnen und keine für Rüden und –  wie das so häufig ist – kam dann erst einmal ein Rüde, gefolgt von einer kleinen Hündin und danach erblickten noch zwei muntere Rüden das Licht der Welt. Nach einer kleinen Weile setzten nochmals Presswehen ein: eine weitere Hündin. Damit schien die Geburt beendet, inzwischen war es weit nach Mitternacht, der Sekt wurde geöffnet und auf die problemlose Geburt und fünf gesunde Welpen angestoßen. Doch plötzlich krümmte sich Siska nochmals – und in Sekundenschnelle flutschte wieder ein zappelndes, schwarzes Etwas ins Leben hinein. Gespannt drehte ich den noch nassen Welpen um: Jawohl!  Es war eine Hündin! Sie unterschied sich im Fell deutlich von ihren beiden glatten Schwestern, denn vom Nacken bis zum Schwanz war ihr Haar mit kleinen Wellen übersät.Die folgenden Wochen machten deutlich, dass Bridie sich nicht nur optisch von den  anderen Hündinnen abhob: Schnell hatte sie selbst ihre stärkeren Brüder unterjocht und die Führung in der Welpengruppe übernommen. Ständig in Bewegung und mit raffinierten Tricks eroberte sie die begehrtesten Spielzeuge und die Liebkosungen der Besucher. Sie war es, die ihre Brüder und Schwestern zu immer neuen, aufregenden Expeditionen animierte, z.B. der eingehenden Erforschung des Regenwasserrohres oder des Pferdestalles. Mit Geschick und Intelligenz behauptete sie ihre Position, und obwohl sie niemals zu leichtsinnig wurde, schreckte sie auch so schnell vor nichts zurück – eine gelungene Mischung aus Seanin und Siska. Schon als Welpe „zeigte“ sie sich zudem ausgesprochen freudig und mit wedelnder Rute auf dem Tisch, dazu kamen ihr typischer Ausdruck und eine Anatomie, die wenig zu wünschen übrig ließ – kurzum: Sie wurde die Auserwählte! In das bestehende Rudel fügte sie sich ohne Komplikationen ein: Seanin war eine Autorität für sie, Hardy (obwohl deutlich größer und schwerer) der gleichrangige Freund, und Siska wurde heiß und innig geliebt. Bridie war ein ausgesprochen sozialer und disziplinierter Hund, vielleicht, weil ihre Erziehung größtenteils durch Seanin erfolgte ( dessen Devise: „Kein Rudelmitglied darf das, was mir nicht erlaubt ist“ durchschlagenden Erfolg hatte)  und ohne größeren Aufwand meinerseits. Allerdings war sie ziemlich verfressen und neigte als Halbstarke diesbezüglich zu spektakulären Aktionen: Einmal schockte sie die ganze Familie, weil sie sich – mitten auf dem festlich gedeckten Kaffeetisch stehend – an den selbstgebackenen Streuselkuchen herangemacht hatte. Ihre zweite große Leidenschaft  ist das Mäusefangen, in dem sie im Laufe der Jahre eine wahre Meisterin geworden ist: Im Spätsommer, wenn die Felder abgeerntet worden sind, begann für Bridie die „Mäusesaison“. Auf jedem Spaziergang „erlegte“ sie dann mehrere  Mäuse, wobei ich dankbar war, dass sie zumindest ihre toten Opfer desinteressiert liegen ließ. Sicherlich hatte sie die Veranlagung zu einem guten Jagdhund, aber vor allem sollte sie ja eine gute Ausstellungs- und Zuchthündin werden. Und sie hat mich in beiden Teilen nicht enttäuscht: Bridie liebte es, sich auf Ausstellungen zu präsentieren – angespannt von den aufmerksam nach vorne gerichteten Ohren bis zur zitternden Schwanzspitze, die dunklen Augen gespannt auf den Richter gerichtet, war sie eine wahre Augenweide!  Die Erfolge ließen nicht auf sich warten: Sie wurde Jgd.Ch., Dt.Ch. des KfT, VDH-Ch. und Europasg. sowie vielfache Rassebeste. Ein amerikanischer Züchter und professioneller „Handler“  zeigte sich so begeistert von ihr, dass er mir eine Riesensumme für ihren Verkauf bot, aber das stand selbstverständlich niemals zur Debatte. Obwohl Ausstellungen bis heute bei weitem nicht der wichtigste Teil meiner züchterischen Ambitionen sind, war ich natürlich sehr stolz auf sie. Ihre Nachkommen sind sowohl in optischer als auch in charakterlicher Hinsicht „echte“ Irish Terrier. Zu meiner großen Freude gingen vier ihrer Töchter und ein Sohn in die Zucht. So stellte sie die erhoffte Bereicherung für die Familie und in der Zucht dar, aber vor allem war sie meine geliebte Bridie!    (Ingrid Schreiner)